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Sarah in Neuseeland

„Dem neuseeländischen Charme bin ich verfallen!“

Neuseeland? Ein Land, das zum Träumen einlädt. Viele Menschen träumen von dem jüngsten Land der Erde. Hat man Land und Leute kennen und lieben gelernt, ist man ein Leben lang dem Charme Neuseelands verfallen. Ich habe mich auf das Abenteuer Neuseeland eingelassen und mich durch die freundliche und ungezwungene Art der Kiwis (so nennen sich die Neuseeländer selbst) neu kennengelernt. Der Aufenthalt am anderen Ende der Welt war eine unvergessliche Zeit.

Name: Sarah
Ort: Wellington
Land: Neuseeland

Abenteuer Gastfamile

Ich durfte diese Erfahrung machen, als ich Anfang August für ein Jahr Deutschland verlassen habe, um meinen Traum von einem Austauschjahr in Neuseeland oder auch Aotearoa – das Land der langen weißen Wolke – wahr zu machen. Nach einem langen Flug und einem herzlichen Empfang in Auckland begann mein nächstes Abenteuer: meine Gastfamilie.

Meine Gastfamilie, eine neunzehnjährige Gastschwester und eine Gastmutter, wohnten in einem Vorort von Wellington und haben mich herzlich aufgenommen. Sie haben mir viele Möglichkeiten eröffnet, wie das Segeln auf einem See in der Nähe oder einen Besuch im Te Papa, dem interaktiven Nationalmuseum in Wellington. Unvergessliche Stunden verbrachte ich in ihrer Küche, wo ich meine in der Schule neu erworbenen Koch- und Backqualitäten ausprobierte. Die schöne Zeit in meiner Gastfamilie werde ich niemals vergessen. 

Schule als Lebensmittelpunkt

Schule in Neuseeland ist viel netter als in Deutschland. Die Lehrer und Lehrerinnen helfen einem, wo sie nur können und die Mitschüler kommen offen auf einen zu und versuchen, Freundschaften zu knüpfen. Die Offenheit der Kiwis hat mir gut gefallen und fehlt mir zu Hause sehr. Ich habe viele Freundschaften geschlossen und mit meinen Freunden Erfahrungen gemacht, die man nicht so schnell vergisst. Mit einigen meiner Freunde halte ich immer noch per Facebook und Skype Kontakt. 

Doch die neuseeländischen Schulen bieten den Austauschschülern nicht nur gute Freundschaften, sondern auch ein anderes und interessanteres Fächerangebot als in Deutschland. Unterrichtet wird Media Studies, Food and Nutrition (Gesundheit und Ernährung), verschiedene Kunsttechniken werden angeboten, aber auch „normale“ Fächer wie Spanisch, Englisch, Mathe und Naturwissenschaften. Da die Neuseeländer sehr naturverbunden sind, werden nachmittags viele verschiedene Outdoor-Sportarten wie Dragon Boating, Cricket, Hockey, Netball und Rugby angeboten. Dies ist nur ein Bruchteil des Angebots. Ich habe an einem Dragon Boating Wettbewerb an meiner Schule teilgenommen. Neben den sportlichen Aktivitäten war es auch möglich, in verschiedenen Chören zu singen oder in einem Orchester zu spielen. Ich sang in dem großen Chor meiner Schule „Down Chorus“. Wir nahmen an Vorführungen wie „November Notes“, „Just Tunes“ und „The Big Sing“, einem Chorwettbewerb zwischen den verschiedenen Chören der Schule teil. Es gab aber noch andere Chöre und Quartette. Die Instrumentalgruppen untergliederten sich zum Beispiel in Rockbands und Jazzbands. 

Reisen quer über die Insel

In den Schulferien nahm ich an zwei Trips durch Neuseeland und einer Reise nach Sydney teil. Ich sah viel von der wunderschönen Natur Neuseelands. Auf meinem ersten Trip im November erkundeten wir die Nordinsel. Russell, der Leiter der Reise, zeigte einer Gruppe von 40 Austauschschülern die einzigartige Natur und Besonderheiten der Nordinsel. Wir lernten die einheimische Maori-Kultur besser kennen und die Begebenheiten der Kiwis. Wir besuchten die kleinen und großen Städte von Rotorua bis Auckland. Ich nahm an zwei besonderen Highlights auf der Reise teil: Sky Diving und Jet Sky – Adrenalin pur und unvergesslich. 

Meine nächste Reise ging nach Sydney. In fünf Tagen erlebte ich eine nie schlafende Stadt. Natürlich standen das weltberühmte Opernhaus, die Harbour Bridge, der chinesische Garten, ein Wildpark und die Erkundung des Darling Harbours auf dem Programm. Außerdem besuchten wir das IMAX und das Aquarium.

Im April verbrachte ich zwei Wochen auf der Südinsel. Dort leben weniger Menschen als auf der Nordinsel und es gibt weniger große Städte. Wir sahen viele Schafsweiden und Küsten. Orte wie die Panncake Rocks, Queenstown, Dunedin und Christchurch wurden besichtigt. Ich hatte die Möglichkeit mit einem Luge, einem Ein-Personen-Schlitten, mit den Füßen voran einen Berg hinunterzufahren. Jet Boat, Kayaking und Paragliding standen ebenfalls auf dem Programm. An unserem letzten Morgen dieser Reise standen wir um 5.00 Uhr auf. Wir fuhren in eine Bucht und von dort aus mit dem Boot auf das Meer hinaus. Aufgeregt warteten wir auf wilde Delphine. Als das Rudel von etwa 40 Delphinen erschien, schwammen wir mit ihnen. Richtig, richtig toll. 

Vier Wochen erkundete ich Neuseeland vom nördlichsten Punkt, Cape Reinga, bis zum südlichsten Punkt, Bluff. So lernte ich das Land meiner Träume und seine Kultur kennen und lieben. Außerdem besuchte ich mit meiner Youth Group, einer christlichen Jugendgruppe, ein dreitägiges Konzert, das Parachute in Hamilton. Mit etwa 25.000 Jugendlichen genoss ich das Konzert. Meine Freunde und ich hatten viel Spaß.

Ende eines unbeschreiblichen Schuljahres

Ende Juli war es an der Zeit von meinen Freunden, meiner zweiten Heimat und meiner Gastfamilie Abschied zu nehmen. Die letzten Wochen vergingen schneller als man gucken konnte. Nach einer Abschiedsparty wurde ich von meinen Freunden am Flughafen verabschiedet. Es fiel mir schwer zurückzufliegen. Hätte ich die Möglichkeit gehabt, hätte ich meinen Aufenthalt noch verlängert.

Ich bin stolz, dass ich allein ein Jahr im Ausland „überlebt“ habe. In diesem Austauschjahr habe ich viel erlebt. Einige Freunde meinten, ich hätte schon mehr von der Insel gesehen, als manch Einheimischer.

Ein unbeschreiblich tolles Jahr ist zu Ende gegangen. Oft denke ich sehnsüchtig an die unkomplizierte Art meiner Freunde zurück. Und ich weiß bestimmt, ich werde Neuseeland wiedersehen.

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