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Klara in den USA

„Nie würde ich mein Austauschjahr in den USA missen wollen!“

Mein Auslandsjahr in den Vereinigten Staaten war für mich eine unglaublich wichtige und wundervolle Erfahrung. Ich habe in Loveland gelebt, einer kleinen Stadt in Colorado, die mitten in den Rocky Mountains liegt.

Name: Klara
Ort: Loveland, Colorado
Land: USA

Meine Gastfamilie

Meine Gastfamilie, bestehend aus 7 Personen, war ein wahrer Glücksgriff. Mollie und Scott, meine Gasteltern, sind beides freischaffende Künstler und Maler. Mit meinem Gastvater bin ich oft in die Stadt gefahren, um ihm bei seinen Auftritten zu assistieren, und die Beiden haben mir in ihrem Studio viel über Kunst beigebracht. Mein Gastvater hat mich sogar zweimal gemalt. Meine fünf Gastgeschwister, von denen nur noch zwei zu Hause gewohnt haben, haben sich alle in den Bereichen Tanz, Gesang, Malerei und Theater engagiert, und so sind wir zusammen dreimal in der Woche zum Tanztraining gegangen und waren zusammen in den Musicals in der Schule.

School Spirit

Die High School war einzigartig und noch besser als im Film. Mit vier Sporthallen, Schwimmbad, zwei Band- und Chorräumen plus Theater war für jeden etwas dabei, und es ist mir nicht leicht gefallen meinen Stundenplan zusammenzustellen, weil die Auswahl so riesig war. Die Schule hat so ziemlich den größten Teil meines Tages in Anspruch genommen. Der normale Unterricht war um 15.00 Uhr zu Ende und danach, ganz von der Jahreszeit abhängig, hatte ich entweder Musicalproben, Chorproben oder Tennistraining, bis in den Abend.

Danach hieß es dann die eigene Schule bei Footballspielen und anderen Sportwettkämpfen anzufeuern. Der School Spirit durfte natürlich nicht fehlen, und so bin ich mit meinen Freunden komplett rot und schwarz gekleidet (unsere Schulfarben) und mit angemalten Gesichtern losgezogen. Eine super Erfahrung!

Die amerikanischen Schüler sind echt interessiert an anderen Kulturen und so wurde ich von meinem ersten Schultag an oft angesprochen und habe viele tolle Menschen getroffen. Durch meine Freunde habe ich die amerikanische Kultur noch einmal ganz anders kennengelernt, und auf gemeinsamen Campingtrips und beim Skifahren viel Spaß gehabt. Amerikaner habe ich als unglaublich hilfsbereit und locker erlebt.

Das Abendprogramm der Amerikaner ist bei weitem kreativer als das, was ich bisher aus Deutschland kannte. So habe ich zum Beispiel das House-TP’ing kennengelernt. Es geht darum das Haus einer Person, die man gern hat, mit viel Toilettenpapier (TP = toilet paper) einzuwickeln, ohne dass der Betroffene es merkt. Man versteht es als Freundschafts- und Liebesbeweis, der viel Nervenkitzel garantiert. Es sind in diesem Jahr Freundschaften entstanden, die mich immer begleiten werden.

Die Mentalität der Amerikaner

Die Offenheit und das Interesse der Amerikaner war für mich im Allgemeinen einer der schönsten und größten Unterschiede zu Deutschland. Es entstehen super schnell witzige Unterhaltungen und tolle Diskussionen, und man trifft viel schneller liebe Menschen. Auch ist in den USA alles größer als in Deutschland. Von Autos bis zu Keksen. Der Umgang mit Religion und Glaube war in meinem amerikanischen Umfeld außerdem auch sehr anders als in Deutschland. In Schulen durfte nicht aus einer bestimmten Sichtweise unterrichtet werden und es gab häufiger Auseinandersetzungen. Auch wurde der christliche Glaube viel stärker ausgelebt, als ich es gewohnt war. Das hat mir aber natürlich auch geholfen die andere Kultur zu verstehen und toleranter zu werden.

Mein Fazit

Mein Auslandsjahr hat es mir ermöglicht viele neue Dinge auszuprobieren. Durch das besondere künstlerische Leben meiner Gastfamilie habe ich viel ausprobieren können und meine schönste Erfahrung ist wohl, dass ich das Singen für mich entdeckt habe. In meinem Auslandsjahr musste ich oft stark sein, durchhalten, aber auch für mich gerade stehen. Das Singen gibt einem unglaublich viel Selbstbewusstsein und ich bin sehr froh, diese Erfahrung gemacht zu haben. Durch das Musical, meine Chöre und unsere Chorreisen habe ich etwas Neues für mich entdeckt, das ich hier in Deutschland weiterführe. Ich würde diesen Austausch immer wieder machen, weil ich meinen Charakter viel besser kennengelernt habe. Ich musste ich selbst sein, um „da drüben“ die richtigen Freunde zu finden.

Auch lernt man Deutschland als Heimat zu lieben und zu sehen, dass das Heimatland ein elementarer Baustein dafür ist, wer man ist. Ich habe so viel Neues über Menschen, Toleranz und Kultur gelernt. Auch lernt man sich schnell auf unbekannte Menschen einzulassen und ihnen zu vertrauen. All das sind Erfahrungen, die mich geprägt und inspiriert haben und für die ich sehr dankbar bin. Es gibt für mich keine Gründe es nicht wieder zu machen. Der Glaube meiner Gastfamilie hat mich manchmal wirklich „geschockt“, aber damit umzugehen und dazu zu lernen war eine tolle Erfahrung. Seit ich wieder hier bin, vermisse ich am meisten natürlich meine Gastfamilie und Freunde, aber auch das Gemeinschaftsgefühl und den Spaß, den meine amerikanische Schule mir gebracht hat. Ich habe Loveland, mit seinen Herzen an den Laternen, den roten Cowboystiefeln vor jedem Haus, den kleinen Holzhäusern, den Bergen und dem nicht aufhörenden Sonnenschein so in mein Herz geschlossen! Es sind alles wichtige und so inspirierende Teile meines Lebens geworden! Es war schwer loszulassen, sich alleine in ein Flugzeug zu setzen und dann in Deutschland wieder anzukommen.  

 

Doch jetzt habe ich zwei Orte auf dieser Erde, die ich ein Zuhause nenne, und die mich jederzeit willkommen heißen. Meine Erfahrung im Ausland war eine riesige Herausforderung, die zu einer der schönsten Erfahrungen in meinem Leben geworden ist

Ich habe mich selbst viel besser kennengelernt und wundervolle Menschen getroffen. Meiner Meinung nach versteht man sich selbst und die eigene Kultur viel besser, wenn man länger in einer anderen gelebt hat. Ich bin all denen, die mir diese Reise ermöglicht haben, sehr dankbar, und freue mich schon auf meine nächsten Abenteuer!

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